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Die Asylstadte Im Alten Testament: Realitat Und Fiktivitat Eines Rechtsinstituts Martin Staszak

Die Asylstadte Im Alten Testament: Realitat Und Fiktivitat Eines Rechtsinstituts

Martin Staszak

Published June 26th 2006
ISBN : 9783447054027
Paperback
372 pages
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 About the Book 

Obwohl die Institution der alttestamentlichen Asylstadte in ihrer Funktion klar umrissen scheint, namlich im Fall der unabsichtlichen Totung eines Menschen Schutz vor dem Blutracher zu bieten, ergeben sich bei naherer Textbetrachtung doch etlicheMoreObwohl die Institution der alttestamentlichen Asylstadte in ihrer Funktion klar umrissen scheint, namlich im Fall der unabsichtlichen Totung eines Menschen Schutz vor dem Blutracher zu bieten, ergeben sich bei naherer Textbetrachtung doch etliche Problem-anzeigen. Nicht nur differieren die entsprechenden Texte in den Buchern Exodus, Numeri, Deuteronomium und Josua erheblich voneinander, sondern es stellt sich auch die Frage, warum nicht Bestimmungen erlassen wurden, die eine voreilige Blutrache verhindern und damit das komplexe System der Asylstadte uberflussig machen, die zudem durch ihre numerische Limitierung und die dadurch entstehenden geografischen Distanzen kaum den ihnen zugedachten Zweck erfullen konnten. Diese Studie versucht, auf methodisch gesicherter Basis den fiktional-programmatischen Anteil der entsprechenden Gesetze herauszuarbeiten und auf diese Weise plausibel zu machen, dass die alte Institution der Schutzsuche und Asylie am heiligen Ort unter dem Einfluss anderer Themen und Aussageintentionen geraten ist, die hauptsachlich mit der Funktion heiliger Orte, den mit ihnen verbundenen Interessen und mit geografischen Punkten zu tun haben, die das gesamte beanspruchte Land abstecken. Auf diese Weise kann die Strukturlinie evident gemacht werden, die von einem Text zum nachstfolgenden fuhrt. Die fiktionalen Textanteile ermoglichen dabei nicht nur die Kanon-Werdung der Texte, sie werden auch zu einer Realitat, welche die Inkommensurabilitat des menschlichen Lebens als einen nicht hintergehbaren Wert des alttestamentlichen Zeugnisses hervorhebt.